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Zentrum für Kieferkorrekturen
Interdisziplinäre Behandlung von Kieferfehlstellungen in Köln
Die Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Ihrer Kieferorthopädie und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) und umfasst die kieferorthopädische Vorbereitung sowie die operative Korrektur der Kieferstellung.
Was ist eine Dysgnathie?
Unter einer Dysgnathie (übersetzt: Fehlbiss) versteht man eine Fehlentwicklung der Zähne, der Kiefer beziehungsweise des gesamten Kausystems.
Die Übergänge von einer normalen Bisssituation zu behandlungsbedürftigen Fehlbissen sind fließend.
Sobald ästhetisch störende und insbesondere funktionell beeinträchtigende Probleme beim Essen, Kauen oder Abbeißen auftreten, kann eine kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung sinnvoll sein.
Wie läuft die kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung ab?
In der Regel erfolgt zunächst die Vorstellung bei einer Kollegin oder einem Kollegen aus der Kieferorthopädie.
Hier wird das Ausmaß des Fehlbisses diagnostisch erfasst. Dazu gehören:
- Röntgenaufnahmen
- Fotografische Dokumentation
- (virtuelle) Abformungen beider Kiefer
- Kephalometrische Analyse
Ergibt sich aus der Analyse, dass eine rein kieferorthopädische Behandlung nicht ausreichend ist, erfolgt die ergänzende kieferchirurgische Beratung in unserem Zentrum für Kieferkorrekturen.
Ihre Kieferorthopädin/Ihr Kieferorthopäde überweist Sie in unsere Spezialsprechstunde (Dysgnathie-Sprechstunde) im Zentrum für Kieferkorrekturen (in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie). Hier besprechen wir das weitere Vorgehen und beantworten Ihre Fragen ausführlich.
Behandlungskonzept
Die kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erfolgt in mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Die Therapie gliedert sich in drei Phasen: Vorbereitung, Operation und Nachbehandlung.
Die Vorbereitung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Kieferorthopädie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Ziel ist es, die Zahnbögen so vorzubereiten, dass eine präzise operative Korrektur der Kieferstellung möglich ist.
Erstvorstellung im Zentrum für Kieferkorrekturen
In diesem Termin lernen wir uns kennen, besprechen Ihre Beschwerden und beraten Sie ausführlich zu den möglichen Behandlungsschritten. Auf dieser Grundlage wird ein individuelles Therapiekonzept erstellt.
Bitte bringen Sie zu diesem Termin mit:
- aktuelle Röntgenbilder
- Modelle beider Kiefer
- vorhandene kieferorthopädische Unterlagen
Vorbehandlung durch Ihre Kieferorthopädie
Anschließend erfolgt die kieferorthopädische Vorbereitung. Dabei werden die Zahnbögen durch eine kieferorthopädische Behandlung (in der Regel mit festsitzender Apparatur) ausgeformt, um optimale Voraussetzungen für die spätere Operation zu schaffen. Diese kieferorthopädische Behandlung ist die Basis unserer späteren Operation.
Die Dauer dieser Phase beträgt in der Regel etwa 8 bis 18 Monate. Hierzu werden Sie durch die behandelnden Kieferorthopädinnen und -orthopäden gesondert beraten.
Gegebenenfalls werden im Verlauf auch kleinere chirurgische Eingriffe notwendig, zum Beispiel:
- Entfernung von Weisheitszähnen
- Gaumennahterweiterung
Vorstellung zur OP-Freigabe im Zentrum für Kieferkorrekturen
Zum Ende der kieferorthopädischen Vorbehandlung stellen Sie sich erneut in unserer MKG-Klinik vor. Anhand aktueller Kiefermodelle prüfen wir, ob die Voraussetzungen für eine Operation gegeben sind.
Bitte bringen Sie zu diesem Termin aktuelle Modelle beider Kiefer mit.
Wenn die Operationsfähigkeit bestätigt wird, vereinbart unser Case Management mit Ihnen:
- den Termin zur Bissregistrierung
- den Termin für das Narkosegespräch
- den Termin für die Operation
Erneute Vorstellung im Zentrum für Kieferkorrekturen
Etwa zwei bis vier Wochen vor der geplanten Operation erfolgt ein weiterer Termin in unserer Dysgnathie-Sprechstunde in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG). In diesem Termin werden die notwendigen Vorbereitungen für die digitale dreidimensionale Operationsplanung durchgeführt.
Dazu gehören:
- 3D-Röntgen (DVT)
- digitale Abformung der Zähne (Intraoral-Scan)
- Fotodokumentation
- Festlegung der geplanten Verlagerungsstrecken
Im gleichen Termin erfolgt das ausführliche chirurgische Aufklärungsgespräch. Dabei informieren wir Sie über den Ablauf der Operation sowie über mögliche Risiken.
Kieferorthopädische Vorbereitung auf die Operation
Vor der Operation bereitet Ihre Kieferorthopädin bzw. Ihr Kieferorthopäde die feste Zahnspange gezielt auf den Eingriff vor. Dazu gehören:
- Einbringen von Häkchen an der festsitzenden Apparatur zum Einhängen von Gummizügen
- Einsetzen starrer Bögen
- keine weiteren Bewegungen der Zahnbögen oder Zahnstellung
Diese Maßnahmen dienen der Stabilisierung der Zahnstellung und ermöglichen die korrekte Einstellung der Bisslage nach der Operation.
Vorbereitung am Tag vor der Operation im Zentrum für Kieferkorrekturen
Am Tag vor der Operation stellen Sie sich erneut in unserer Klinik vor. Dabei erfolgen:
- das Gespräch mit der Narkoseärztin oder dem Narkosearzt
- eine Blutentnahme
- die Splintanprobe
Operation und stationärer Aufenthalt
Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Am Operationstag werden Sie stationär aufgenommen. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel drei bis fünf Tage.
Nach der Operation
Bereits ab dem ersten Tag nach der Operation wird die neue Bisslage durch elastische Gummizüge stabilisiert.
Zusätzlich wird eine spezielle Kühlmaske (Hilotherm®) eingesetzt, um postoperative Schwellungen zu reduzieren.
Für ein optimales Ergebnis sollten Sie für vier bis sechs Wochen passierte bzw. weiche Kost zu sich nehmen. Danach ist ein langsamer Kostaufbau möglich.
Typischer Ablauf:
- Regelmäßige Verlaufskontrollen und Entfernung der Nähte in den ersten zwei Wochen nach der Operation
- Weitere Verlaufskontrollen nach etwa vier und acht Wochen
Nach dem stationären Aufenthalt beginnt die Nachbehandlung. Diese erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Ihrer Kieferorthopädin bzw. Ihrem Kieferorthopäden und unserer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Ziel ist die Stabilisierung der neuen Bisslage sowie die kieferorthopädische Feineinstellung.
Nachbehandlung durch die Kieferorthopädie
Unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus stellen Sie sich wieder bei Ihrer behandelnden Kieferorthopädin bzw. Ihrem Kieferorthopäden vor.
Im weiteren Verlauf erfolgen:
- das Tragen von elastischen Gummizügen entsprechend den Vorgaben Ihrer Kieferorthopädin bzw. Ihres Kieferorthopäden
- weiterführende kieferorthopädische Maßnahmen zur Feineinstellung der Zahnstellung
Diese Phase dient dazu, die neue Bisslage dauerhaft zu stabilisieren und die Zahnstellung optimal anzupassen.
Verlaufskontrollen im Zentrum für Kieferkorrekturen
Parallel zur kieferorthopädischen Behandlung erfolgen Kontrolltermine in unserer Dysgnathie-Sprechstunde.
Typischer Ablauf:
- Verlaufskontrolle und Entfernung der Nähte etwa zwei Wochen nach der Operation
- weitere Verlaufskontrolle nach etwa vier Wochen
- weiche Kost für etwa vier bis sechs Wochen
Metallentfernung
Etwa neun bis zwölf Monate nach der Operation erfolgt eine erneute Vorstellung in unserer Dysgnathie-Sprechstunde zur Planung der Metallentfernung.
Falls gewünscht und medizinisch sinnvoll, können in diesem Zusammenhang auch Korrekturen von Nase oder Kinn vorgenommen werden. Diese Eingriffe erfolgen entweder ambulant oder im Rahmen eines eintägigen stationären Aufenthalts.
*Die individuelle Therapiedauer kann variieren und wird gemeinsam mit Ihrer Kieferorthopädin bzw. Ihrem Kieferorthopäden festgelegt.
Kontakt
Sprechzeiten
Donnerstags von 13:00 bis 15:00 Uhr
Terminvergabe nach telefonischer Vereinbarung
Telefon +49 221 478-96555
E-Mail mkg-dysgnathie@uk-koeln.de